Reiseberichte
Reisebericht von Gritli und Dieter, Juli.2010
Rundreise durch Süd- und Mittelnorwegen mit dem Rolli-WoMo aus Oberhausen
Herrliche, entspannte 3 Urlaubswochen im Juni 2010 zu Zweit (1 Fußgänger 67 Jahre, 1 Rollstuhlfahrerin ohne Gehmöglichkeit 65 Jahre) im behindertengerecht ausgestatteten modernen Wohnmobil mit hydraulischem Lift zum Ein- und Aussteigen, knapp 5.000 KM durch atemberaubende schöne Natur: Felsen, unzählige Wasserfälle (z.T. 182 m herabstürzend), Seen, Bäche, Quellen und immer wieder Fjorde. Fast unbewohnbare, schroffe Hochlande, dagegen liebliche Höhen mit Wiesen, Feldern und Obstplantagen in tieferen Lagen. Dort auch immer wieder kunstvoll aus Holz gestaltete Stabkirchen aus 1050 – 1250 inmitten einfacher Friedhöfe. So viele Blumen in großer Vielfalt, so viele z.T. freilaufende Schafe mit ihren Lämmern, Ziegen, Kühe, Urrinder, Pferde und Ponys.
Viele Wälder, viele Birken, Holz und nochmals Holz: Bauernhöfe, freistehend im Wiesengelände, meist rot gestrichen mit weißen Kanten am Dach, gut gepflegt. Auch in kleinen Städten vorwiegend Holzhäuser, auch in hellblau oder gelb gestrichen, mit Gärten voller Blumen, sehr selten Villen. Große Mittelpunktschulen, Unterricht bis zum Nachmittag.
Auffallend fröhliche Menschen, die auch gerne weiterhelfen, wenn es ein Problem gibt. Einige sprechen deutsch, fast alle englisch.
Im Juni wird es nie ganz dunkel in der Nacht und nachts um 2h glitzern die Seen besonders. Wir schliefen trotzdem immer gut, weil wir vom vielen entdecken und fahren recht müde waren. Mücken sahen wir erst am Ende unserer Reise im Süden. Sie konnten aber nie ins WoMo hinein, weil alle Fenster mit Fliegengitter versehen sind.
Das Fahren im recht großen WoMo wird erleichtert durch viele Extras: Starker Dieselmotor, Servolenkung. Automatik, zwei unterteilte Außenspiegel, eine Rückfahrkamera, ein Navigationssystem (das wir nur für weite Strecken benutzten). Ausgerüstet mit sehr guten Straßenkarten, fanden wir auch kleinste Winkel. Durch die hohen Sitze konnten wir die herrlichen Aussichten genießen.
Anfang Juni findet man immer einen Stellplatz ohne Vorbuchung auf allen Campingplätzen, ab und zu blieben wir auch am Ende kleiner Ortschaften oder in freier Wildbahn stehen (immer nur eine Nacht). Man hatte ja immer alle Annehmlichkeiten eines WoMo verfügbar.
Bei vielen Campingplätzen gab es Sanitäreinrichtungen extra für Behinderte, aber ab und zu fehlten Haltestange oder Duschstuhl. Bei ganz einfachen Campingplätzen fehlten diese ganz, dafür konnte man oft allein an einem schönen See stehen. Die Preise bewegten sich zwischen 16 und 30 Euro.
Sehr vorteilhaft fanden wir die zahlreichen Entsorgungsstationen (oft bei Tankstellen, aber auch bei Rast- und Campingplätzen), bei denen wir unser Brauchwasser ablassen und frisches Wasser tanken konnten, fast immer gebührenfrei.
Heiko`s WoMo hat uns gut nach Hause gebracht und wir träumen schon von unserer nächsten Reise!
PS. Unsere Reiseroute verlief wie folgt:Von Hirtshals (Dänemark) mit der Color Line nach Kristiansand, dann das schöne Städtchen Kragerö mit Camping Lovisenberg, Notodden mit Stabkirche Heddal, ab Geilo Panoramastraße 7 bis Bergen mit Wasserfall Vöringsfossen und Hochplateau Hardangervidda und Fähre Brimnes, dann Bergen, Voss und in Gudvangen die Fähre über den extrem engen Naeröfjord nach Kaupanger, dann in Solvorn mit der Fähre zur Stabkirchenach Urnes und zurück, weiter über Sogndal und Skei, Utvik, Stryn und das imposante Hochplateau um den Aussichtspunkt Dalsnibba (1500m, Schnee neben der Straße und Eis auf dem Bergsee) nach Geiranger und seinen Fjord (Camping Grande direkt am Fjord), über die Fähre beiEidsdalen nach Alesund (einem tollen Jugendstilstädtchen direkt am Meer), dann über den bekannten Trollstigen mit ständigen Serpentinen nach Andalsnes. Von dort durch das nach und nach lieblicher werdende Gudbrandsdal über Dombas (ruhiger Campingplatz) zur Stabkirche nach Ringebu, dann über den parallel verlaufenden, romantischen Schotterweg Peer Gynt vegen und über den Ormtjörnkampen Nationalpark nach Fagernes (sehr guter Campingplatz am See) und Stabkirche in Bagn mit freiem Stellplatz auf dem Parkplatz gegenüber der Kirche, dann nach Süden bis Larvik undmit der Color Line nach Hirtshals in Dänemark (die Color Line berechnet für diese 2 Überfahrten nur € 260 ;-).
Liebe Grüße Gritli und Dieter.
Rolli in Richtung Stadtkirche in Skien.
Nachtwächter in Skien.

Dieter vor typischem Hofladen.

Campinplatz mit Hahn- und Huhnbesuch.

Frühstück am See. (Freier Stellplatz)

Modernes großes Norwegerhaus.

Elch im Museum. (sonst nur auf Straßenschildern gesehen !!)

Gebirgslandschaft mit einsamen Häusern.

Peer-Gynt-Vegen in typischer Landschaft.

Stabkirche Heidal mit typischer Birke.

Gritli beim Auschecken.

Weitere Stabkirche mit üblichem Friedhof.

Eine der zahlreichen Stabkirchen.

Eine letzte Stabkirche.

Kristin Lavransdotter aus dem Mittelater. (sehr verehrt)

WoMo vor zu niedriger Campingplatzeinfahrt.

Modernes Norwegenhaus mit typischen Grasdach.

Moschusochse in Dombas (Moschussafari möglich)

Trollfamilie.

Rückwand des Trollstigen.

Noch einer der Zahlreichen Wasserfälle.

Wasserfall vom Trollstigen aus gesehen.

Steinmännchen im Gebirge.

Hafenidylle in Alesund.

Alesund am Meer.

Blick auf Ende Geirangerfjord.

Troll in Geiranger.

Postschiff Hurtigruten im Geirangerfjord. (Blick vom Campinplatz Grande.

Serpentinen am Trollstigen.

Nebel, Eis auf See und WoMo. :o)

Aussichtspunkt in 1500m Höhe.

Gletscher über Tunneleinfahrt.

Urrinder.

Solvorn/Lustrafjord gegenüber der Stabkirche Urnes.

Mit der Fähre auf dem Naeroyfjord.

Wunderschöner Wasserfall hinter Gehöften.

Nacht auf dem Campingplatz.

Ehemalige Handelskontore in Bergen.

Gritli geliftet :o)

Abendstimmung, 24Uhr auf Campingplatz.

Wasserfall Vöringsfossen.

WoMo vorm Bergsee Hardanger.

Steinfiguren und Eis auf Bergsee.

See und Berglandschaft/Campingplatz.

See auf Campingplatz.Lovisenberg.

Campingplatz Lovisenberg bei Kagerö.

Fähre in Hirtshals/Dänemark.

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Reisebericht von
Barbara und Gerard
25 Jahre verheiratet und der fünfzigste Geburtstag von Barbara sind
Gründe spezielle Ferien zu erleben: 4 Wochen lang mit einem
rollstuhlgängigen Wohnmobil zum Nordkap, das wäre doch was! Ein Blick
auf die Karte hat gezeigt: 8000 bis 9000 Kilometer bis zum Nordkap und
zurück ist unrealistisch. Eine Rundreise nach Lust und Laune in
Skandinavien klingt auch viel versprechend.
Bei der Suche nach einem entsprechenden Mietwohnmobil sind wir schnell
auf
www.rolliwomo.de gestossen. Die Seite
hat uns gut gefallen, zwei
Wochen nach dem ersten sympathischen Telefongespräch war der Vertrag perfekt.
Jetzt hieß es nur noch warten.
In Oberhausen angekommen, bin ich zuerst erschrocken: dieses Riesen
Fahrzeug sollte ich jetzt 4 Wochen lang fahren! Doch die Vermieter
haben mir Mut gemacht "das schaffst du schon", so konnte ich halbwegs
entspannt den Instruktionen zuhören: Frischwassertank füllen,
Fäkalientank leeren, Kühlschrank umstellen, Gasflaschen wechseln,
Bedienung des Rollilifts, Tempomat, all das sollte ich ab sofort
beherrschen können. Jetzt war es soweit. Alles verstaut, die Rollstühle
von Barbara festgezurrt, auf dem Navi die Adresse eines Supermarkts um
einzukaufen. Vorsichtig setzte ich das Wohnmobil in Bewegung und siehe
da, ich habe es an den Bäumen mit den tiefen Ästen
vorbei geschafft. ;o)) Nach dem Einkauf fuhren wir noch ein Stück zur
nächsten Raststätte um die erste Nacht im Schneckenhaus zu verbringen.
Nach einem wärschaften, deutschen Nachtessen vielen wir beide todmüde
ins Bett.
Noch zwei Tagen auf deutschen und dänischen Autobahnen und einem
Aufenthalt auf einem hübschen Campingplatz in Dänemark, trennte uns nur
noch eine gigantische Brücke von Schweden. Die Brücke ist aufgehängt an
Stahlseilen, dicker als Elefantenbeine, darunter das weite Meer, es war
sehr eindrücklich.
Mit Hilfe des Buches "mit dem Wohnmobil durch Südschweden" aus der
WOMO-REIHE
www.womo.de und dem ADAC Campingführer,
der glücklicherweise
zur Ausrüstung unseres Wohnmobils gehörte, suchten wir nun jeweils unser
nächstes Ziel. Mit dem Navi fanden wir es auch jedes mal. Wir haben
wunderschöne Orte besucht. Natur pur! Jedes mal mussten wir von neuem
staunen, wie großartig diese schwedische Landschaft ist. Wir genossen
die Einsamkeit in vollen Zügen.
Durch die völlige Abhängigkeit von Barbara im Wohnmobil, mussten wir
lernen den Tagesablauf zu organisieren. Dies hat etwa zehn Tage
gedauert. Unsere Tage waren erfüllt von alltäglichen Arbeiten, die
gemacht werden mussten, aber ohne jeglichen Termindruck. Jeden Abend
sanken wir todmüde aber erfüllt ins Bett.
Die Menschen, die wir getroffen haben, schienen mir geerdet. Nie
Hektik, auf den Strassen, wo wir doch eher gemächlich fuhren, kein
Drängeln, sondern geduldiges Warten, bis sich eine Gelegenheit zum
Überholen bot. Respekt gegenüber der Natur und den Mitmenschen haben
wir immer wieder erlebt.
Auf den Campingplätzen war dann retablieren angesagt. Duschen (dabei
hat uns der Duschrollstuhl sehr geholfen), richtig abwaschen, Wäsche
waschen, Frischwasser tanken und Fäkalien entleeren. Nach zwei Tagen
waren wir dann jeweils wieder froh in die Einsamkeit fahren zu können.
An einem Ort, nach 4 km Waldweg fanden wir einen kleinen Platz an einem
See. Wir konnten das Wohnmobil gerade wenden und waren auf unserem
privaten Grundstück mit Seeanstoss. Nach 5 Minuten kam ein zweites
Wohnmobil, Zürcher!! Die mussten mit einem Platz im Hinterland vorlieb
nehmen.
Einmal waren wir froh unser Schneckenhaus dabei zu haben. Wir hatten
einen wunderbaren Platz an der Ostküste auf Öhland gefunden. Direkt am
Meer, absolut einsam. Nach einem Spaziergang sahen wir von weitem ein
Hochzeitspaar. Kein Wunder, die wollten an diesem schönen Ort Fotos
machen, dachten wir. Als wir näher kamen, sahen wir neben unserem
Wohnmobil Lautsprecher, es wurde ein Soundcheck gemacht. Das Paar wollte
diesen Abend neben "unserem" schönen Schlafplatz Hochzeit feiern. Wir
haben unsere sieben Sachen zusammengepackt und sind geflüchtet.
Nach einer Stunde waren wir an einem ebenso schönen Ort und konnten
eine ruhige Nacht verbringen. Am anderen Morgen wurde ich durch klopfen
geweckt. Ich schaute zum Fenster hinaus und traute meinen Augen nicht:
es standen Kühe um das Wohnmobil herum. Nach kurzer Zeit trabte die
ganze Herde ins Meer, labte sich kurz am Salzwasser und ging von dannen.
Ich glaubte zu träumen: eine Alp mit Meeranstoss!
Die Einsamkeit wurde uns einmal fast zum Verhängnis. Es war auf der
Heimreise wir wollten zügig vorankommen. Der Tank war halb voll, als wir
an einer Tankstelle vorbei fuhren. Die Landschaft wurde immer einsamer.
Kein Zeichen von Zivilisation, keine Tankstelle, keine Ausfahrt. Die
Tankanzeige fiel immer mehr gegen Null. Endlich eine Ausfahrt: links 4
km rechts 13 km bis zum nächsten Dorf. Ich wähle links. Beim Dorfeingang
ist ein Minikreisel, ich will in die Hauptstrasse biegen: gesperrt!! Ich
fahre ziellos und genervt durch das Dorf, endlich rechtzeitig eine
Tankstelle. Schwein gehabt. Diese Erlebnis war das schlimmste in diesen
Ferien.
Nach vier Wochen, konnten wir ohne Zwischenfälle aber um viele
Eindrücke reicher, das Wohnmobil wieder abgeben.
Bild 1. dies ist der erste Campingplatz Söro in Dänemark.

Bild 2. Torup, ist ein Schloss mit einer schönen Umgebung. Es ist ein Freizeitgebiet der Schweden.

Bild 3. Ranarp, ein kleiner Hafen und Strand an der Westküste.

Bild 4. Solvik, ein Campingplatz. Hinter den Felsen im Hintergrund ist das Meer.

Bild 5 bis 7. Dalskog, einer der bestgepflegten Badeplätze den wir gesehen haben.
Das Plumpsklo für ZWEI ist witzig.



Bild 8. Värsjö, der einsamste und abgelegenste Platz. Die einzigen Nachbarn waren Zürcher.
Sie sind 5 Minuten später gekommen. Wir hatten also den besseren Platz.

Bild 9. Multen, auch ein schönes Plätzchen.

Bild 10. Balsjö, dies ist die Lieblingsbeschäftigung der Schweden.
Es gibt dort fast nur freistehende Einfamilienhäuser und darum herum englischer Rasen.

Bild 11 und 12. Tättö, Camping mit einem schönen Strand und Sonnenuntergang.


Bild 13 bis 16. Ödängla, die Strasse dorthin war Anwohner gestattet.
(Wir wollten ja dort wohnen, also sind wir durch gefahren.
Es hat sich auch niemand daran gestört.




Bild 17. Gaordbyhamn, ein wunderschöner Ort an der Ostküste der Insel Öland.

Bild 18.Vorbereitungen für eine Hochzeit am Abend.
30 Meter neben dem WoMo.
Wir haben unsere Sachen gepackt und sind Weiter...

Bild 19. Sanbyborg, hier sind wir nach 30 Minuten Fahrt gelandet.
Es ist ein Vogelparadies.
Viele Schweden kommen mit Fernrohren um die Vögel zu beobachten.
Diese Kühe haben uns am Morgen geweckt. Ich glaubte ich Träume: Meer auf der Alp gibts doch nicht.

Bild 20. Auf Öland gabs viele solcher Windmühlen.

Bild 21. Dälskars, Campingplatz an der Südküste.

Bild 22. Nybostrand, ein ganz kleiner Campingplatz mit einem Strand wie in der Karibik.

Wir werden diese Ferien niemals vergessen.
Es war eine wertvolle Erfahrung.
Vielen Dank für alles.
Liebe Grüße Barbara und Gerard
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Reisebericht von Marie-Therese und Peter aus Geilenkirchen
Unsere Frankreichreise. Mai 2010
Als wir im Herbst 2009 von unserem Sohn erfuhren, dass er im kommenden Frühjahr seine große Liebe heiraten wolle, hat uns das sehr gefreut. Der Haken an der Sache war nur, dass die Hochzeit in der Nähe von Bordeaux, also im Südwesten Frankreich stattfinden sollte. Ich muss vorwegschicken, dass meine Frau aufgrund einer Erkrankung seit nunmehr acht Jahren zumindest überwiegend auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Den Alltag kriegen wir beide ja mitunter ganz gut bewältigt, doch eine Reise bis an die Pyrenäen gehört normalerweise nicht zu unseren Alltagsablauf. Von unserem Wohnort in Geilenkirchen aus ist Bordeaux etwas mehr als 1000 km entfernt.
Die Planungen für einen normalen Urlaub in Deutschland erfordern oftmals schon einigen Aufwand, was die Suche nach geeigneten Herbergen angeht. Da muss in aller Regel ein rollstuhlgerechtes Hotelzimmer gesucht werden, in dem Bett und Toilette sich zumindest auf eine Höhe von ca. 75 cm verstellen bzw. umbauen lassen. Mithilfe des mitgeführten eigenen Toilettenaufsatzes lässt sich das eine Problem meistens lösen, wobei die Sache mit dem Bett sich oftmals etwas schwieriger darstellt. In der Vergangenheit haben wir deshalb schon häufiger auf Kurhotels zurückgegriffen, die einer Kurklinik angeschlossen sind. Doch wie gesagt, dass kann man für einen Urlaub in Deutschland alles im Vorfeld regeln.
Für eine Reise quer durch Frankreich erschien uns das alles doch etwas problematisch, wollten wir doch keinen Schiffbruch erleiden. Doch bei der Hochzeit unseres Sohnes wollten wir natürlich dabei sein, ist doch klar.
Meine Frau suchte wie besessen nach Alternativen. Die Möglichkeit einer Flugreise wurde schon früh verworfen, denn mit Rollstuhl, Rollator, Toilettenaufsatz und weiterer erforderlicher Ausstattung zum Gepäck schien uns diese Art zu reisen schier unmöglich. Zumal die Route über Amsterdam und London führen sollte, Gesamtreisezeit mit Zwischenaufenthalten mehr als 9 Stunden. Ähnlich hatten wir uns die Fahrt mit der Bahn ausgemalt. Bepackt wie die Lastesel zum Bahnhof, umsteigen in Aachen und dann mit dem Thalys nach Paris. Von Paris Nord mit der Metro nach Paris Süd und von dort aus weiter nach Bordeaux, nein danke, geht gar nicht. Aber wie kommen wir zur Hochzeitsfeier unseres Sohnes??
Ich muss schon sagen, wenn sich meine Frau etwas in den Kopf setzt, dann gibt sie nicht eher Ruhe, bis sie fündig geworden ist. Irgendwann kam ihr dann die Idee, die Reise mit einem Wohnmobil durchzuführen. Ein normal ausgestattetes Wohnmobil kam von Anfang an nicht in Frage, es musste eines für Rollstuhlfahrer geben, davon war sie überzeugt. Also, meinte sie, bei Google wird sich schon etwas finden. Aber unter „Wohnmobil für Rollstuhlfahrer“ war die Ausbeute gar nicht so üppig. Bei „ ROLLSTULGERECHTES WOHNMOBIL ZU VERMIETEN !!! wurde sie ganz nervös, dass war`s, und dann gibt es das auch noch hier bei uns in Nordrhein-Westfalen. Laut Belegungsplan war das Mobil zudem in den kommenden beiden Tagen nicht vermietet.
Deshalb wurde gleich am nächsten Tag ein Telefonat mit Heiko geführt. Der bot uns an, uns das Fahrzeug doch einmal unverbindlich anzusehen. Gesagt, getan. Kurze Zeit später saßen wir in unserem Opel Zafira mit Ziel Oberhausen. Das nach der letzten Fahrt wohl gerade frisch geputzte Wohnmobil stand vor dem Haus Rothofstr. 95. Heiko hatte uns schon erwartet, und nachdem wir uns miteinander bekannt gemacht hatten, zeigte er uns alles, was man über das Fahrzeug wissen muss und noch vieles mehr. Uns war sofort klar, wenn wir im kommenden Jahr Richtung Bordeaux reisen, dann bestimmt mit diesem Wohnmobil.
Unser Sohn und seine zukünftige Ehefrau hatten zwischenzeitlich mit Hilfe der Eltern in Frankreich einen Hochzeitstermin festgezurrt, und zwar den 10. April 2010. Eigentlich noch recht früh im Jahr, um mit einem Wohnmobil auf Tour zu gehen, so waren unsere Bedenken, doch anderseits könnte das Wetter auch Anfang April schon mit schönen Tage aufwarten. Fest entschlossen, das RolliWoMo für unsere Zwecke zu nutzen, wurde es schon im September 2009 fest gebucht. Weil wir mit der Reise zur Hochzeit unserer Kinder auch noch ein paar Tage Urlaub in Frankreich, speziell an der Atlantikküste verbringen wollten, machten wir gleich 15 Tage fest, und zwar vom 02. bis 16. April.
Und heute sagen wir überzeugt, wir haben es nicht bereut. Die Fahrt mit dem RolliWoMo war ein echtes Erlebnis. Im Vorfeld hatten wir uns übers Internet schon einige Campingplätze entlang der möglichen Route etwas genauer angesehen. Viele Plätze öffnen nach der Winterpause jedoch erst am 01. April, aber dennoch hatten wir reichlich Auswahl. Toll ausgestattete Campingplätze haben wir während dieser 15 Tage angesteuert, unser „ eigenes Zuhause“ hatten wir immer dabei, optimal ausgestattet und auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten, einfach nur toll. Die gesamte Reisezeit war so etwas von relaxt, doch uns war es noch wichtiger, an den Tagen vor und nach der Hochzeit alles ruhig und entspannt angehen zu können. Rückblickend können wir sagen, dass wir durch die Nutzung des RolliWoMo einen schönen, unbeschwerten und stressfreien Urlaub verlebt haben. Zwar hatte der Wettergott nicht an allen Tagen nur schönes Wetter und warme Temperaturen für uns im Angebot, doch für meine Frau war es schon wichtig, auch an kalten und Regentagen nicht auf ihre tägliche Dusche verzichten zu müssen, dank des RolliWoMo. An der Atlantikküste machten wir gute Erfahrungen mit dem Campingplatz in Zarautz auf spanischer Seite, ganz in der Nähe von San Sebastian, herrlich, hoch über dem Meer gelegen. Aber auch bei den Plätzen in Frankreich, z.B. in Biarritz, Bidart, ein Platz nahe der Küste bei La Rochelle, nur einen Steinwurf entfernt von der „ Ile de Re“, wurden wir nicht enttäuscht. Überall war man sehr zuvorkommend und hilfsbereit, meistens bot man uns zudem Stellplätze in der Nähe der Sanitärbereiche an, oft waren es nur wenige Schritte zur Dusche und Toilette. Unsere Reise führte weiter entlang der Küste nach Pornic und von dort nach Quimperlé, der Partnerstadt unserer Heimat Geilenkirchen in der Bretagne. Von hier aus war es nicht mehr weit bis Le Mont St. Michel, also schaut man auch dort einmal vorbei. Wie bei allen Sehenswürdigkeiten hatten wir diese Idee nicht alleine, dementsprechend voll war dann schon am Vormittag der riesige, vorgelagerte Parkplatz. Trotzdem nimmt man auch solche Eindrücke natürlich gerne mit. Beeindruckend waren auch die für hiesige Verhältnisse außergewöhnlichen Brückenbauwerke. Aus der Ferne will man gar nicht glauben, dass man da heile rüber kommt. So wird die Seine bei Le Havre von einem solchen Bauwerk überspannt. Auf der einen Seite geht es steil nach, auf dem Höhepunkt hat man bei guter Witterung eine faszinierende Fernsicht, und auf der anderen Seite geht es genau so beeindruckend wieder talwärts.
Die Hochzeit war natürlich- gar keine Frage- ein ganz tolles Fest, wir haben viele schöne Städte in Frankreich gesehen oder zumindest durchfahren, und die Fahrt mit dem RolliWoMo war trotz der letztlich ca. 4000 gefahrenen Kilometern wirklich entspannend,. Leider waren die 15 Tage natürlich, wie immer, viel zu schnell vorbei. Doch der nächste Urlaub kommt bestimmt, und nach diesen Erlebnissen ist auch schon wieder eine Fahrt nach Frankreich anvisiert. Beim nächsten Mal wollen wir allerdings in den Sommermonaten auf Tour gehen, wenn es aller Wahrscheinlichkeit nach etwas wärmer ist, als es jetzt war, und dann sicherlich wieder mit dem RolliWoMo von Familie Golenia.
Toll, dass es dieses Fahrzeug gibt.
Marie-Therese und Peter aus Geilenkirchen
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Reisebericht von Martina, Christoph, Ben & Paul.
Urlaub 23.09.2009-02.10.2009
Ehrlich gesagt, war ich sehr skeptisch, ob das alles so klappt, wie sich das Martina vorgestellt hatte. Immerhin wollte sie mit mir und den beiden Kindern Ben und Paul eine ausgiebige Rundreise unternehmen. Man muss wissen, Ben ist ein Landseer von ca. 63 kg und Paul – der älteste – ein Graupapagei.
Nach 6 Jahren unglücklicher Reiseumstände in unmöglichen Übernachtungseinrichtungen und Ärger bezüglich der Tiere war klar, dass wir eine andere Lösung benötigen. Behindertengerechte Hotels und Pensionen liegen entweder fern der Route, oder halten nicht das, was sie versprechen. Wer unter ähnlichen Umständen reist, der weiß, wie groß der Stress in unbekannter Umgebung ist.
Da entstand die Idee, mit einem Wohnmobil zu reisen, das rollstuhlgerecht umgebaut sein sollte.
Auch hier gibt es eine Reihe von Angeboten in Deutschland zu finden, aber leider meist nicht für Haustiere. Das Treffen auf die Webseite von Familie Golenia war dann ein echter Knüller. Alles, was wir gesucht hatten wurde hier geboten. Das mussten wir probieren...
Aber auch hier hatte ich Bedenken, die Kiste schien doch mächtig groß zu sein, komme ich damit überall hin? Immerhin wohnen unsere Verwandten und Bekannten nicht immer direkt an einem LKW Autohof.
Heiko hatte schon gleich allen Wind aus den Segeln genommen und ich muss gestehen, er hatte auch Recht. Die Eingewöhnungsphase war erstaunlich kurz und nach ein paar Minuten fährt es sich ganz entspannt. Aber noch wichtiger, Martina konnte sich im Inneren selbständig bewegen, Duschen und Toilette waren gut zu bedienen. Wir fühlten uns so wohl, dass die Reise bis an den Züricher See führte, wo wir einen herrlichen Sonnentag verbrachten. Und das im Oktober.
Wir hatten wirklich Glück, kein Regen und überall bei unseren Freunden einen tollen Empfang. So hatten wir uns das vorgestellt. Darauf hatte Martina sehr lange warten müssen.
Wir freuen uns auf die nächste Fahrt. Wir hatten sehr schnell den nächsten Urlaub gebucht und im Mai 2010 geht es wieder auf die Reise.
Liebe Familie Golenia, vielen Dank für alles.
Martina, Christoph, Ben & Paul.
Bild 1. Päuschen am Züricher See
Bild 2. Campingplatz am Züricher See
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